Initiative zum School’n’Fun Ticket im Kreis Heinsberg

Vor rund anderthalb Jahren, starteten wir unsere Initiative zur Einführung eines School’n’Fun Tickets für den Kreis Heinsberg. Dieses sollte allen Schüler*innen einen günstigen ÖPNV Transfer zur Schule und in der Freizeit gewährleisten. In einer Vorlage zum Kreisausschuss haben sich nun alle Schulträger des Kreises gegen ein solches Ticket ausgesprochen.

Lest hier unsere Stellungnahme dazu:

Stellungnahme der Jusos Kreis Heinsberg zur Informationsvorlage 0036/2017 des Kreissauschusses vom 20. Juni 2017

Wir Jusos begrüßen die Einbringung unserer Initiative zum sogenannten „School’n’Fun Ticket“ durch die SPD-Fraktion in den Kreisausschuss. Ebenfalls befürworten wir die von der Kreisverwaltung durchgeführten Informationsveranstaltungen mit den Schulträgern zu diesem Thema.

Leider haben sich alle zehn Städte und Gemeinden des Kreises gegen die Einführung eines solchen Tickets ausgesprochen. Bedauerlicher Weise gehen sowohl die Argumentation der Kreisverwaltung, als auch die der weiteren Schulträger, an unserer Grundidee vollkommen vorbei. Auf die soziale Benachteiligung derer, die keine Schüler*innenjahreskarte erhalten wird mit keinem Wort eingegangen. Schülerinnen und Schüler deren Familien „zu nah“ am jeweiligen Schulort wohnen, aber immer noch in einer solchen Entfernung, dass sie auf den ÖPNV angewiesen sind, werden durch die Argumentation der Verwaltungen vollkommen ausgeklammert. Nicht alle Eltern können es sich leisten ihre Kinder jeden Morgen zur Schule zu fahren und am Nachmittag wieder abzuholen. Ganz zu schweigen von den dadurch verursachten CO2-Emissionen und steigender Feinstaubbelastung. Viele dieser Eltern sind berufstätig und müssen für das Familieneinkommen hart arbeiten. Dass diese Familien für ihre Kinder die teuren Monatskarten zum Bustransfer kaufen müssen, lassen die Schulträger absolut außer Acht. Gerade die Kreisverwaltung sollte wissen, dass der Kreis Heinsberg keine Wohlstandsregion darstellt. Die Argumentation, dass es bereits ein „Fun-Ticket“ gäbe, mit welchem man vergünstigt die Öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann, klingt daher Hanebüchen. Dieses Ticket gilt nur ab 14 Uhr und an Tagen an denen kein Schulunterricht stattfindet. Dies kann nicht der Sinn eines Tickets speziell für Schüler*innen sein. Der Kreis Heinsberg und seine Kommunen müssen für einen sozial gerechten und sicheren Transfer von Schülerinnen und Schülern sorgen.

Ein sicherer und finanziell erschwinglicher Schulweg darf keine Frage des Geldbeutels oder der Entfernung zum Schulstandort sein!

Wir Jusos im Kreis Heinsberg werden uns weiterhin für einen sozial gerechten ÖPNV und eine zukunftsorientierte Fahrplan- und Liniengestaltung einsetzen. Auch wenn dies nicht immer in den Plan der konservativen Mehrheiten des Kreises passen wird.

 

Lars Kleinsteuber

Vorsitzender der Jusos Kreis Heinsberg

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